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Krankengeldberechnung – einfach im Internet

Die Krankengeldberechnung ermittelt die Höhe des Krankengeldes, die sich nach verschiedenen Kriterien richtet. Es sind daher zur Krankengeldberechnung mehrere Angaben nötig.

Was ist Krankengeld?

Krankengeld ist eine Leistung der Krankenversicherung, die bei Arbeitsunfähigkeit an Berufstätige, aber auch an Arbeitslose gezahlt wird. Die Bedingungen hierfür sind je nach abgeschlossener Versicherung unterschiedlich. Es unterscheidet sich somit von der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die an Arbeitnehmer sechs Wochen lang vom Beginn der Arbeitsunfähigkeit an gezahlt wird. Der Anspruch auf Krankengeld entsteht indes schon am ersten Tag nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit, bei stationärem Aufenthalt am Tag des Beginns selbst.

Die Arbeitsunfähigkeit ist bestimmt durch die Verhinderung der Ausübung der üblichen entgeltlichen Tätigkeit des Versicherten, unabhängig davon, ob er andere Tätigkeiten ausführen kann. Details zur Bestimmung der Arbeitsunfähigkeit sind in den Arbeitsunfähigkeits-Richtlinien vom Dezember 2003 geregelt. Damit der Anspruch auf Krankengeld entsteht, muss die Arbeitsunfähigkeit unverzüglich dem Arbeitgeber mitgeteilt werden. Nicht abhängig Beschäftigte (Selbstständige, Freiberufler) müssen sie entweder dem Versicherungsträger oder dem Arbeitsamt (Arbeitslose) melden.

Um Krankengeld zu erhalten, muss der Versicherte mit diesem Anspruch krankenversichert sein. In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist dies regelmäßig der Fall, Versicherte der privaten Krankenversicherung (PKV) können durch ihren Tarif diesen Anspruch erwerben. Arbeitslose erhalten ebenfalls Krankengeld von der Krankengasse, wobei die Arbeitsagentur den Arbeitgeberanteil übernimmt, Arbeitslosengeld II - Empfänger erhalten grundsätzlich kein Krankengeld, sondern weiter ihre üblichen Bezüge. Selbstständige erhalten Krankengeld, wenn ihre Versicherung den entsprechenden Tarif aufweist. Sie haben die Möglichkeit, schon vor Ablauf von sechs Wochen Krankengeld zu erhalten, und zwar sowohl als gesetzlich Versicherte mit einem entsprechenden Wahltarif als auch als privat Versicherte. Als privat Versicherte können sie auch gänzlich auf Krankengeld verzichten, da dies einen günstigeren Versicherungstarif ermöglicht.

Gesetzlich Versicherte, abhängig Beschäftigte erhalten auch nach einer Kündigung Krankengeld. Der Anspruch auf das Krankengeld hängt bei ihnen auch nicht von einer durchgängigen Beschäftigung ab, sondern es genügt, wenn zu Beginn der Krankheit ein Beschäftigungsverhältnis besteht.

Die Höhe des Krankengeldes

Der § 47 des Sozialgesetzbuches V bestimmt die Höhe des Krankengeldes. Es wird nach der Höhe des Einkommens vor Beginn des Anspruchs berechnet und beträgt 70 Prozent vom Brutto-, aber nicht mehr als 90 Prozent als vom Nettoeinkommen, wobei die Obergrenze der Berechnung in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Einmalzahlungen zum Arbeitsentgelt wie zum Beispiel Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Überstunden werden berücksichtigt, bei unregelmäßigem Arbeitsentgelt wird das Krankengeld nach dem Entgelt der letzten drei Monate vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit berechnet.

Bei der Krankengeldberechnung ist zu berücksichtigen, dass dieses beitragspflichtig zur Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung ist. Der Versicherungsträger behält die entsprechenden Beiträge ein und führt sie an die entsprechenden Kassen ab, wobei er die Anteile des Arbeitgebers übernimmt, die zu 80 Prozent berücksichtigt werden. Für die Krankenversicherung werden während des Bezuges von Krankengeld keine Beiträge gezahlt.

Berechnung des Krankengeldes

Das Krankengeld wird kalendertäglich berechnet. Für den vollen Monat werden 30 Tage zugrunde gelegt. Die Bezugszeiten des Krankengeldes sind Beitragszeiten der Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Für die Berechnung des Krankengeldes ist ein Krankengeldrechner zu nutzen. Dieser erfordert gemäß den unterschiedlichen Bedingungen für die Gewährung und die Höhe des Krankengeldes die Eingabe der relevanten Daten.

Zu den Daten gehören:
  • Zahlung des Arbeitsentgeltes als festes Gehalt oder stundenabhängig
  • Zahlung von Beiträgen zur Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung
  • Zusatzbeiträge zur Pflegeversicherung
  • das letzte Bruttoarbeitsentgelt
  • das letzte Nettoarbeitsentgelt
  • Einmalzahlungen der letzten 12 Monate in Höhe von …

Hieraus erfolgt die Krankengeldberechnung. Diese gibt ein kalendertägliches Bruttokrankengeld an, das sich um die Abzüge für Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung reduziert. Der daraus entstehende tägliche Nettobetrag wird auf einen Monat mit 30 Tagen umgerechnet. Der Krankengeldrechner kann auch aussagen, wie viel Krankengeld eine bestimmte Krankenkasse - die den Rechner zur Verfügung stellt - für eine bestimmte Zeitdauer zahlen würde. Die Grundlage ist hierfür ein Tarif, der vorsieht, dass der Versicherte für dieselbe Krankheit innerhalb von drei Jahren für insgesamt 78 Wochen Krankengeld erhält.

Zusatztarife zum Krankengeld

Es ist möglich, die Höhe des Krankengeldes sowie den Zeitpunkt des Bezuges durch Zusatztarife zu steuern. Für Selbstständige besteht in der gesetzlichen Krankenkasse die Möglichkeit, sich entweder zum ermäßigten Beitragssatz ohne Anspruch auf Krankengeld zu versichern, das gesetzliche Krankengeld ab der siebenten Woche zu wählen oder über einen Wahltarif der gesetzlichen Krankenkasse, der sie drei Jahre lang an die entsprechende Kasse bindet, das sofortige Krankengeld zuzuwählen. Darüber hinaus können sie eine private Zusatzversicherung für Krankentagegeld abschließen. Beim Wahltarif in der GKV ist eine höhere Absicherung über den gesetzlichen Anspruch hinaus möglich.

Die private Zusatzversicherung zum Krankentagegeld ist für alle gesetzlich Versicherten möglich. Arbeitnehmern erlaubt sie die Erhöhung des Krankengeldes, das ihre Versicherung zahlt, Selbstständigen ermöglicht sie die freie Wahl des Krankengeldes je nach Tarif. In der privaten Krankenversicherung besteht ebenso die Möglichkeit, Krankengeld und auch Krankenhaustagegeld zuzuwählen. Das Krankentagegeld wird bis zur Höhe des durch die Krankheit fehlenden Einkommens geleistet. Der Nachweis muss vom Versicherten geführt werden. Für Arbeitnehmer lohnt sich daher die Zusatzversicherung erst ab der siebenten Krankheitswoche. Wer gar nicht erwerbstätig ist oder kein Erwerbseinkommen hat, erhält auch kein Krankentagegeld von der Zusatzversicherung. Dies ist bisweilen bei Selbstständigen der Fall.

Selbstständig müssen über die Zusatzversicherung nicht vom ersten Tag an Krankentagegeld vereinbaren, sondern können sich zu einem günstigeren Tarif für eine Staffelung entscheiden. So können zum Beispiel ab der vierten Krankheitswoche 180,- € Krankengeld pro Woche gewählt werden, ab der siebenten Woche 220,- €. Der Krankenkassenbeitrag sinkt mit der Karenzzeit. Es ist möglich, eine Zusatzversicherung für Krankentagegeld bei einer anderen Gesellschaft als derjenigen mit dem 1. Versicherungsvertrag abzuschließen, um Kosten zu senken. Auch für die Zusatzversicherung sind entsprechende Online-Rechner zu finden.